index |
||
|
Egerländer Gmoi z' Limburg/Lahn Im Bund der Egerländer Gmoin e.V. Die Egerländer als Deutsche bajuwarischer, fränkischer und thüringischer Herkunft sind beheimatet im historischen Egerland. Namensgebend sind die alte Reichsstadt Eger sowie der Nebenfluss der Elbe, der Eger. Geographisch reicht das Gebiet etwa von kurz vor Pilsen bis nach Saaz an der Eger. Bierkenner erkennen den Zusammenhang, für den diese beiden Städte stehen: Hopfen (Saaz) und Pilsen (Biertyp). Historisch gehörte das Egerland nie zum alten Königreich Böhmen. Es wurde allerdings lange als Pfand von Habsburg verwaltet, das auch Böhmen "erheiratet" hatte. So gehörten die Egerländer zum Kaiserreich Österreich-Ungarn, nachdem das 1806 aus dem zerfallenden Heiligen Römischen Reich deutscher Nation ausschied. Zwangsweise von Österreichern zu Tschechen sollten die Egerländer 1918 gemacht werden, als 1918 die Tschechen (und Slowaken) das Selbstbestimmungsrecht am Ende des ersten Weltkrieges erhielten. Leider verweigerten sie dieses Recht aber den deutschen Österreichern in dem Gebiet, das sie nun für sich beanspruchten, ohne die betroffenen Menschen zu fragen. Die friedlichen, unbewaffneten Demonstration, die am 4. März 1919 vor allem von den Sozialdemokraten angeführt wurden, wurden fast überall im Sudetenland von tschechischen Milizen mit Maschinengewehren zusammengeschossen. Auch im Egerland gab es dabei viele Tote und Verletzte, dabei Frauen und Kinder: vor allem in Kaaden an der Eger sowie in Karlsbad. - Das Versprechen, eine zweite Schweiz zu schaffen, wurde nie auch nur im Ansatz eingehalten. Bis zum Ende der Tschechoslowakei blieben die Egerländer wie die anderen "Sudetendeutschen" klar benachteiligte Minderheit, obwohl sie in ihrer Heimat weitaus die Mehrheit stellten. Bereits damals verloren viele Sudetendeutsche ihre Heimat, denn vor allem Deutsche wurden gezielt enteignet! Tragischer Weise erhielten die Egerländer wie die anderen Sudetendeutschen erst 1938 das ersehnte Selbstbestimmungsrecht von den Engländern und Franzosen beim Münchener Abkommen zugesprochen. Erst Hitler wurde das gewährt, was man den Demokraten vorher immer verweigert hatte! Ein Selbstbestimmungsrecht hatten die Sudetendeutschen jedoch in der Hitler-Diktatur jetzt auch nicht, denn nun waren sie "Reichsdeutsche", die in den Nazis nur Verfügungsmasse waren für die weiterführenden Pläne Hitlers. Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges begannen manche Tschechen (nicht "die Tschechen") mit Gewaltakten gegen alles, was Deutsch war. Mord, Folter, Vergewaltigung, Raub, Zwangsarbeit und wilde Vertreibung wurden zum Schicksal der Egerländer, bevor schließlich nach der Potsdamer Konferenz die "geordnete Vertreibung" dem unmenschlichen Geschehen eine scheinbar humane Form gab. Nach 1946 verblieben von den rund 3,5 Millionen Sudetendeutschen gerade noch rund 100 000 Deutsche in der neuen CSR, z.T. weil sie beruflich unersetzbar waren, z.T. weil sie tschechische Ehepartner hatten. Alles Deutsche hatte aber in der Öffentlichkeit zu unterbleiben. So wurde ein Egerländer oder eine Egerländerin 1910 als Österreicher/in geboren, erhielt 1918/19 ungefragt die tschechoslowakische Staatsangehörigkeit, wurde 1938 reichsdeutsch, 1945 zunächst rechtlos mit "N"-Armbinde, dann nach Deutschland abgeschoben. Wer das Glück hatte, nach Bayern, Württemberg oder Hessen vertrieben zu werden, erhielt dann die deutsche Staatsangehörigkeit. Wer das Pech hatte, nach Thüringen, Sachsen oder Sachsen-Anhalt vertrieben zu werden, erst die deutsche, dann die DDR-Staatsangehörigkeit und 1990 wieder die deutsche! Aber auch, wer in der Heimat bleiben durfte, war zunächst Bürger der CSR, dann ab 1948 der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (CSSR) um dann 1990 erst der CSFR und dann der Tschechischen Republik anzugehören. Egal: der humorvolle und musikalische Charakter der Egerländer sowie die religiöse Bindung an das Christentum halfen vielen Egerländer(inne)n über schlimme Zeiten hinweg. Dieser Menschenschlag traf sich schon früher in Vereinen, wenn sie beruflich in die Fremde gezwungen wurden. So ist z.B. die Egerländer Gmoi z' Frankfurt bereits 1909 gegründet worden. Auch in Limburg wurde 1954 eine Egerländer Gmoi gegründet. In ihr fanden und finden sich immer noch als "Egerländer" zusammen, wer a) aus dem Egerland vertrieben wurde b) aus anderen Gebieten vertrieben wurde c) wer Nachkomme von Vertriebenen ist d) wer Ehepartner von Angehörigen von a-c ist e) wer sich als Nichtegerländer der Egerländer Gmoi oder Egerländer Kultur verbunden fühlt. Natürlich sind uns immer auch Gäste bei unseren Veranstaltungen willkommen, die immer Egerländer Kultur mit Egerländer Fröhlichkeit und Gemütlichkeit verbinden.
Sie sind Besucher Nr.
Gratis Homepage von BeepworldVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular! |